Gedenkjahr 2018

Die Republik Österreich feiert 2018 Geburtstag: Sie wird 100 Jahre alt. Gedacht wird in diesem Jahr aber auch dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland vor 80 Jahren.

 

Am 12.11.1918 wurde die Gründung der Republik Österreich im Parlament auf der Wiener Ringstraße (damals noch unter dem Namen Deutsch-Österreich) beschlossen. Mehr als 100.000 Menschen erlebten ihre Verkündung vor dem Parlament mit. Fast doppelt soviele versammelten sich am 15.3.1938 auf dem Heldenplatz vor der Wiener Hofburg, um Adolf Hitlers Rede nach dem so genannten Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland zu hören. Im selben Jahr sorgten die November-Pogrome für einen ersten fürchterlichen Höhepunkt der Judenverfolgung.

Höhepunkt des Gedenkjahres wird die Eröffnung des Hauses der Geschichte Österreich am 10.11.2018 am Wiener Heldenplatz. Eine erste Sonderausstellung wird sich mit der 100-jährigen Geschichte der Republik auseinandersetzen. Seit 12.3.2018, dem Tag des „Anschlusses“ Österreichs an Hitler-Deutschland, erinnert eine Klanginstallation mit dem Titel „The Voices“ von Susan Philipsz am Heldenplatz an die Schrecken von damals. Zweimal täglich, jeweils um 12.30 Uhr und 18.30 Uhr, ist diese für zehn Minuten zu hören.

Daneben widmen sich Ausstellungen in diesem Jahr der Erinnerung. 2016 gab das Filmarchiv Austria die Wiederentdeckung der bisher fehlenden Teile des österreichischen Stummfilms „Die Stadt ohne Juden“ von 1924 bekannt. Dieser Film bildet den historischen Rahmen der Ausstellung Die Stadt ohne im Metro Kinokulturhaus. Ausgehend von einzelnen Szenen setzt sie sich mit Ausschlussmechanismen in der Gesellschaft damals und heute auseinander und zeichnet die Stufen des Ausgrenzungsprozesses von der Polarisierung der Gesellschaft bis zum endgültigen Ausschluss der geschaffenen Sündenböcke nach. Diese Entwicklung wird nicht nur für die 1920er- und 1930er-Jahre beschrieben, in denen die Antisemiten nach dem Ausschluss der Juden schrien, sondern bis zur Gegenwart erzählt, in der wieder agitiert wird: gegen Ausländer, Muslime oder Flüchtlinge.

Im Zentrum der Ausstellung Bruch und Kontinuität: Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918 im Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien steht das Schicksal ehemals kaiserlicher Besitztümer und Kunstobjekte nach dem Ende der Monarchie 1918. Anhand ausgewählter Objekte werden spannende historische Hintergründe des Besitzwechsels in die republikanische Verwaltung erzählt.
Haus der Geschichte Österreich, Eröffnung 10.11.2018, Hofburg, Heldenplatz, 1010 Wien, www.hdgoe.at 
Die Stadt ohne, bis 30.12.2018, Metro Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien, www.metrokino.at 
Bruch und Kontinuität: Das Schicksal des habsburgischen Erbes nach 1918, 5.12.2018-30.9.2019, Hofmobiliendepot. Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien, www.hofmobiliendepot.at 
Gedenkjahr 2018 im Web: www.oesterreich100.at 

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